Online Therapie bei Agoraphobie

Die Agoraphobie ist eine häufige Angststörung, die im Laufe eines Jahres circa vier von 100 Menschen betrifft. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Auch in meiner Online-Praxis wenden sich viele Betroffene mit der Angst vor langen Reisen alleine oder der Angst in Menschenmengen an mich. Vorab eine gute Nachricht: Agoraphobie ist eine gut behandelbare Angst! Welche typischen Symptome bei dieser Angstform auftreten können und was es sonst noch zu wissen gibt, habe ich auf dieser Seite zusammengefasst.

Was ist Agoraphobie – eine Begriffserklärung

Die Agoraphobie wird zu den Angsterkrankungen gezählt. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus “Agora”, Marktplatz und “Phobos”, Furcht, zusammen. Im Volksmund spricht man auch gerne von “Platzangst”. Wobei es bei dieser Begriffswahl häufig zu Missverständnissen kommt und die Platzangst mit der Klaustrophobie gleichgesetzt wird. Die Agoraphobie hat allerdings nichts mit der Angst vor engen Räumen gemein, sondern die Befürchtungen betreffen mehr bestimmte Orte oder die Angst vor Reisen. 

Agoraphobie oder laienhaft auch oftmals als Platzangst bezeichnet ist eine häufige Angststörung. Die Angst wird insbesondere durch bestimmte Orte und Situationen, z.B. weite Plätze oder Menschenmengen, ausgelöst. Merkmal der Erkankung ist, dass Betroffene immer mehr die auslösenden Situationen vermeiden. Dabei entsteht oftmals ein Teufelkreislauf aus Angst vor der Angst.

Wie wird die Agoraphobie diagnostiziert?

Laut ICD-10, dem internationalen Klassifikationssystem für Krankheiten, müssen mindestens zwei der folgenden Angstauslöser vorhanden sein, um Agoraphobie zu diagnostizieren:

Angst in Menschenmengen

Angst tritt in Menschenmengen auf, zum Beispiel auf einem Konzert, in der Kneipe, im Kaufhaus, in öffentlichen Verkehrsmitteln u.s.w.

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Angst auf öffentlichen Plätzen

Die Angst überfällt mich an öffentlichen Plätzen, zum Beispiel in der Stadt auf dem Marktplatz, im Park etc.

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Angst auf Reisen

Die Angst tritt auf Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause auf – beispielsweise unterwegs mit der Bahn, mit dem Auto oder dem Flugzeug

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Angst alleine unterwegs zu sein

Angst auf Reisen, die ich ganz alleine antrete: Zum Beispiel, wenn ich alleine mit dem Auto unterwegs bin oder wenn ich alleine mit der Bahn zur Arbeit fahre

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Symptome der Agoraphobie (mit und ohne Panikstörung):

Fast immer treten in den gefürchteten Situationen auch körperliche Symptome auf, zum Beispiel:

⇒Schwitzen

⇒“Flauer Magen”

⇒Übelkeit

⇒Schwindel

⇒ Herzrasen

⇒ erhöhter Puls

⇒ Druckgefühl in der Brust

⇒ Engegefühl

⇒ Angst vor Kontrollverlust

⇒ Derealisation und/oder Depersonalisation

⇒ Mundtrockenheit

⇒ das Gefühl keine Luft zu bekommen

⇒ Gefühllosigkeit in den Extremitäten (Armen und Beinen)

⇒ Kribbelgefühle

⇒ Hitze- oder Kälteschauer

⇒ Ohnmachtsgefühle

⇒ Angst zu sterben

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Diese Angstgefühle können sich bis hin zu Panikattacken steigern. Deshalb wird auch in der Diagnostik zwischen einer Agoraphobie ohne und einer mit Panikstörung unterschieden. Oftmals beginnt der Teufelskreis dieser Angststörung akut und sehr häufig auch mit einer Panikattacke an einem öffentlichen Ort oder in einer Situation, aus der “die Flucht” unmöglich scheint – zum Beispiel mitten auf der Autobahn, im Zug oder inmitten einer Menschenmenge. Dieses erste, oft lebensbedrohlich empfundene Gefühl von starker Angst oder Panik, manifestiert sich dann häufig. Vor allem, wenn weitere Panikanfälle folgen. Dies wiederum führt zu einer Einschränkung des Bewegungsradius und Orte, die mit den zurückliegenden Angstsituationen verknüpft sind, werden schließlich ganz vermieden. Dieses Vermeidungsverhalten führt dann langfristig zu der Aufrechterhaltung der Störung.

Differentialdiagnosen – ist es wirklich “nur” Angst?

Auf der Suche nach einer Ursache für ihr Leiden, konsultieren viele Patienten erst einmal den Hausarzt, oder suchen im Extremfall auch Hilfe in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Ist ein Arzt geschult in der psychosomatischen Grundversorgung, wird er den/die Patienten/in dann auch auf die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung hinweisen und ihn zur weiteren Abklärung an einen Therapeuten oder Neurologen/Psychiater überweisen. Doch leider ist dies nicht immer der Fall. Nachdem organische Erkrankungen ausgeschlossen wurden, werden einige Patienten einfach ohne weitere Hilfestellungen entlassen, manchmal mit einer Tavor (sog. Anxiolytikum/angstlösendes Medikament) in der Tasche. Im ersten Moment wirkt dieses Beruhigungsmittel auch sehr zuverlässig, doch auf Grund des hohen Abhängigkeitspotentials ist Tavor kein Mittel der Wahl bei der Behandlung von Angst- und Panikerkrankungen.

Der Ausschluss organischer Grunderkrankungen als Auslöser für die Angst macht jedoch Sinn. Folgende Erkrankungen sollten dabei betrachtet werden: Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes, Konsum von Suchtmitteln (Drogen, Alkohol, Nikotin), Erkrankungen der Atemwege, Migräne,  Schilddrüsenerkrankungen (sowohl Unter- wie auch Überfunktion der Schilddrüse), neurologische Erkrankungen, periphere Vestibularisstörung, benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, Autoimmunerkrankungen allgemein, andere psychische Erkrankungen (Schizophrenie, Zwangsstörungen etc.). Eventuell können auch hirnorganische Erkrankungen in diese Betrachtung miteinbezogen werden, wobei hier ein “Treffer” als Auslöser der Erkrankung äußerst selten ist.

Zum Ausschluss einer organischen Ursache sollten wenigstens folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

− Ausführliche Anamnese

− Körperliche Untersuchung

− Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte (Ca++, K+), Schilddrüsenstatus (TSH)

− EKG mit Rhythmusstreifen

− Ggf. Lungenfunktion

− Ggf. kranielle Bildgebung (MRT, CT)

− Ggf. EEG

Ist also erstmal organisch alles gecheckt und in Ordnung, kann weiter an den psychischen Ursachen für die Agoraphobie gearbeitet werden.

Was sind mögliche Ursachen für Agoraphobie?

Erst einmal vorweg: Es gibt ganz selten DEN Auslöser für die Erkrankung! Vielmehr kommen verschiedene Belastungsfaktoren zusammen, die dann irgendwann das “Fass zum Überlaufen” bringen und schließlich in einer Angsterkrankung münden. Dies können beispielsweise berufliche, als auch soziale Stresssituationen sein. Auch ein geringer Selbstwert kann die Erkrankung begünstigen. Wer zum Beispiel in seiner Vergangenheit häufiger die Erfahrung machen durfte, wie er Stresssituationen gesund bewältigen kann, der kann auf diese Erfahrungen zurückgreifen und sich sogar oftmals selbst helfen. Wer jedoch insgesamt unsicher durchs Leben geht, und eher auf Unterstützung und Hilfe in verschiedenen Lebenssituationen angewiesen ist, dem fehlen oftmals auch geeignete Konzepte beim Umgang mit herausfordernden Situationen. Vor allem aber die Erfahrung, dass er ohne fremde Unterstützung zurechtkommt. Ich weise allerdings hier ausdrücklich darauf hin, dass eine Agoraphobie nicht nur selbstunsichere Menschen treffen kann! Vielmehr kann es meiner Ansicht nach, jeden treffen, bei dem ungünstige Parameter zusammenkamen. Auch Schicksalsschläge, Vorerkrankungen oder Traumata können eine Agoraphobie begünstigen.

Manchmal lässt sich jedoch auf den ersten Blick nicht eine bestimmte Ursache für die Erkrankung feststellen. Vielmehr sind langandauernde Belastungssituationen, ob beruflich oder privat, die selbst Betroffenen nicht immer sofort zugänglich sind, Auslöser für das Entstehen der Agoraphobie. Wie bei allen psychischen Erkrankungen kann ebenfall eine genetische Komponente mitbeteiligt sein, die vielleicht noch nicht einmal bekannt ist, beispielsweise ein Elternteil oder ein Verwandter, der ebenfalls unter einer Angsterkrankung leidet oder in der Vergangenheit litt. Und manche Menschen sind einfach “leichter irritierbar”, das heißt, sie nehmen insgesamt körperliche Reaktionen oder Veränderungen sensibler wahr, und sind in ihrer Aufmerksamkeit dementsprechend auf ihre körperlichen Vorgänge stark fokussiert. Diese Fokussierung auf jeden Herzschlag, den Puls oder andere körperlichen Sensationen führt dann zu einer Überachtsamkeit auf eigentlich normale körperliche Vorgänge, die jedoch – dank der verstärkten Aufmerksamkeit – auch negativ beeinflusst werden können. Sprich: Wenn ich mir Sorgen um meinen Puls mache und ihn wie wild beobachte, dann wird er tatsächlich irgendwann anfangen zu rasen. Ich kann also alleine mit der Macht meiner Gedanken gewisse körperliche Reaktionen beeinflussen. Bin ich sehr stark mit meinem Körper beschäftigt und nehme grundsätzlich verschiedene Körperreaktionen als bedrohlich war, dann bin ich auch schneller an der Panik dran.

Mit Online Therapie Schritt für Schritt in ein angstfreies Leben!

Online Therapie bei Agoraphobie mit und ohne Panikattacken

Erst einmal sollte jeder Patient verstehen, warum er überhaupt Körpersymptome in Angstsituationen hat. In der Online Therapie steht deshalb zu Anfang ganz viel Wissensvermittlung. Denn, wer selbst Experte für seine Angst wird, der schafft es auch besser, mit ihr umzugehen und sie schließlich zu überwinden. Häufig wird die Angst durch direktes oder indirektes Vermeidungsverhalten aufrechterhalten. Auch Rückversicherungen sind typisch bei einer Agoraphobie. Bereits ab der dritten Therapiestunde stehen außerdem gezielte Konfrontationsübungen auf dem Plan, also der Angst direkt ins Gesicht sehen. Zusätzlich erhalten meine Patienten auch einen ganzen Werkzeugkoffer an die Hand, mit dem sie gezielt an ihrer Angst arbeiten können.

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